Indisch kulinarisch

© TARA art e.V.

gemeinnütziger Kunstförderverein

Spurensuche nach den irdischen Wurzeln


Wieso ist die Ernährung in den Wohlstandsgesellschaften heute trotz übervoller Teller zu einem derart Einfluss nehmenden Thema geworden? Weshalb verbinden wir mit unserem Essen immer seltener Wohlbefinden und Befriedigung? Warum haben immer mehr Menschen das Gefühl, im Rausch der Angebotsfülle etwas verloren zu haben, das sie in die Wiege gelegt bekommen hatten? Ist es vielleicht die Beziehung zu unserer naturgemäßen Nahrung, die für uns in Zeiten sinnlicher Überbeanspruchung und Schnelllebigkeit an Bedeutung verloren hat? Und wie können wir Essgenuss mit der Brisanz von Umwelt- und Klimaschutz vereinbaren?


Fragen, die ausgerechnet dort täglich an Aktualität gewinnen, wo die Produktion von Lebensmitteln die Nachfrage übersteigt und die Ausgleichmöglichkeiten eines stressigen Alltags immer weniger werden.


Jedes Lebewesen hat seinen eigenen Weg, Freude und damit eine befriedigende Balance zu finden. So erscheint uns der Bauplan der Schöpfung auf den ersten Blick. Wenn wir aber aus einer umfassenderen Perspektive schauen, sind sie nur winzige Puzzleteile eines über alle Vorstellungen erhabenen, kollektiven Wesens. Jedes nimmt seinen Platz in einem Netzwerk ein, in dem alles miteinander verbunden ist und sich gegenseitig durchdringt. Löst sich der Mensch, wenn auch ungewollt, von dieser Ganzheit, zerreißt er damit seine Nabelschnur.


Dieses Erhaltungsprinzip steht hinter allen Geschehnissen in der Natur und bewahrt ein harmonisches Gleichgewicht. Entsprechend reagiert jeder Erdenbewohner durch ein übergeordnetes Bewusstsein auf etwaige Abweichungen, die wiederum ganz automatisch zu Verhaltensänderungen führen. Dank des Alarmsystems nimmt das Lebensgefüge auf weite Sicht keinen irreparablen Schaden.


Die Menschheit befindet sich gerade in einer Zeit der Neuausrichtung. Zunehmend empfindlich reagiert unser Instinkt auf die Veränderungen in Umwelt und Klima. Das manifestiert sich in einem global heranwachsenden Verlangen, welches die gesamte Menschheitsfamilie dazu animiert, ihre Lebensweise so umzugestalten, dass das verzerrte Bild der Natur seine ursprüngliche Schönheit zurückgewinnt.


Die vielen kleinen und großen Schritte, die wir dafür vornehmen, sind für den Einzelnen weder überblickbar noch zu koordinieren. Dennoch gibt es allen Grund darauf zu vertrauen, dass uns unser Überlebenstrieb dazu bewegt, das Richtige zu tun.


In seinem Konzept setzt sich der Künstler mit der aktuellen Thematik unserer Ernährung auseinander, die unmittelbar mit dem Erdgeschehen verkettet ist und gleichzeitig auch eine sensible, nicht zu unterschätzende Rolle beim Erlangen von Freude und Zufriedenheit spielt. Denn diese Empfindungen beeinflussen entscheidend unsere Lebensqualität, letztendlich aber auch unser Denken und Tun. Selbst das Verhältnis zu unseren Nächsten, das sich nicht nur auf unsere Art begrenzt, ist davon abhängig.


Ein Rezept für die Genesung von Mensch und Erde


Vordergründig geht es Sreeraj Gopinathan darum zu zeigen, dass rein natürliche Zutaten und ein schonendes Zubereitungsverfahren keinen Verzicht bedeuten müssen. Seine Speisekreationen lassen das Gegenteil erfahren - Genussfreude, die mit dem Schutz von Gesundheit und Umwelt zu vereinbaren ist. Durch die praktisch umsetzbare, alt bewährte Garweise wird der Energieverbrauch beträchtlich reduziert. Die Methode trägt außerdem dazu bei, dass die Geschmackseigenschaften so erhalten bleiben, wie sie in unseren Urerinnerungen geprägt sind.


In seinen veganen Rezepten, die der Künstler als "Samen der Resensibilisierung" bezeichnet, kombiniert er frisches, vorwiegend heimisches Gemüse und Obst mit selbst kreierten Gewürzmischungen. Um die Gerichte auf den europäischen Gaumen abzustimmen, kamen ihm seine auf zwei Kontinenten gesammelten Erfahrungen und die Leidenschaft für gesunde Kulinarik zugute.


Der Hinweis auf die indische Kochkunst im Titel bedeutet nicht, dass die einzelnen Rezepte originalgetreu übersetzt wurden. Zwar verwendet Sreeraj Gopinathan Ansätze aus den Traditionen seines Geburtslandes, schafft jedoch ein völlig neues Fundament, welches auf die Herausforderungen der Gegenwart eingeht. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf die momentan vorherrschenden Trends. In den Gerichten werden weder Öle, noch andere isolierte Fette verarbeitet, noch Zucker verwendet und auf vorverarbeitete Zutaten verzichtet. Zudem sind sie glutenfrei und leicht in Rohkostspeisen umzuwandeln. Zum Einsatz kommt ausschließlich Frisches und Pflanzliches, das für jedermann unkompliziert und meist regional zu beschaffen ist. Die Aromen der Gewürze sorgen für Geschmacksintensität aber keine feurige Überraschung.


Jede der Webseiten beinhaltet zusätzlich wissenswerte Informationen. Über Links gelangen die Besucher zu weiteren Speisekreationen, die zu mehr gängigen, festlichen Menüs kombiniert werden können.


Die auf Rohstoffverbrauch bedachte Zubereitungsweise und die Wahl der Zutaten verhelfen unter anderem dazu, einen sanften ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Weil aber deswegen hinsichtlich der Geschmackserlebnisse keine Abstriche gemacht werden, kann man die Speisen mit einem "guten Gewissen" genießen.


Einladung für die Sinne


Sreeraj Gopinathan nutzt eine Appetit anregende Optik als einladende Kulisse, um Neugier zu wecken. Das allgegenwärtige Element Feuer stellt sich darin als doppeldeutiges Symbol dar. Einerseits als Lebensbewahrer und Erneuerer, steht es andererseits für Zerstörung als Wissen bereichernder Hinweis auf einen umsichtigen Umgang.


Die ungewöhnliche Melange seiner naturalen Formen in Licht-Dunkel-Räumen fungiert gesamtheitlich als eine Art Harmoniespender in unserer überspannten Zeit. Letztendlich konstruiert sie aber einen virtuellen Trainingsplatz für die Wahrnehmung, um diese wieder empfänglicher zu machen für unsere wahren Bedürfnisse und vor allem die der Erde.


"Den Schlüssel, den wir vergeblich suchen, um das Geheimnis des Daseins zu lüften, hat die Natur für uns nicht in den Tiefen des Alls verborgen, sondern an einem Ort, der uns seit jeher vertraut ist - auf unserer Zunge."


Sreeraj Gopinathan liegt es fern, eine neue Ernährungsphilosophie vorzustellen. Mit seiner Arbeit möchte er das kollektive Bewusstsein auf die verborgenen Fähigkeiten unserer Sinne lenken, durch die unser überlebenswichtiger Instinkt wieder erweckt werden kann. Nur er ist in der Lage, uns ein neues Universum an Möglichkeiten zu eröffnen, das jedoch dem Verstand den Zutritt verwehrt.


Um das zu erreichen, positioniert der Künstler diesen Teil seines Projekts, der praktische Lösungsansätze anbietet, inmitten des Lebensgeschehens. Damit möchte er dazu beitragen Ressourcen zu bewahren, die Erde zu entlasten und dem Klimawandel entgegenzuwirken.



Verfasst von Dr. Holger Christian Stockinger

TARA art e.V., gemeinnütziger Kunstförderverein

Diese Webplattform ist das Eingangsportal zu einer Sammlung kulinarischer Zubereitungen. Gemeinsam repräsentieren sie die erste Phase eines interdisziplinären Kunstprojekts. Der in Indien geborene deutsche Künstler Sreeraj Gopinathan stellt existenziell bedeutsame Themen wie die Ernährung in den Fokus seines Vorhabens. Auf der Aktionsbühne des Internets soll es ein breites Publikum inspirieren aktiv zu werden, um einerseits an einem künstlerischen Werdensprozess teilzuhaben und andererseits eine Richtungsänderung vorzunehmen, die ein zukunftsweisendes Essverhalten und die Bewahrung unseres Lebensraums nach sich zieht.


Über den Menüpunkt Rezept-Index sind 111 Rezept-Seiten direkt zu erreichen. Die Pilotseite gewährt dem Besucher außerdem einen Einblick in die Entwicklung des zugrunde liegenden Konzepts.


Das aus einer zehnjährigen Entwicklungsperiode hervorgehende Werk ist mit SAMASYA betitelt, einem altindischen Begriff, der auf die Rätselhaftigkeit des Seins hindeutet. Zu einer facettenreichen Kunstform herangereift, kann es sich aber erst durch die Mitwirkung des Publikums entfalten.

Eine gesunde und nachhaltige Interpretation der indischen Kochkunst

umweltschonend
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